Samstag, 30.09.2017

08:30 - 10:00

Hörsaal 4

S311

Multidisziplinäre Handlungsansätze in der multidimensionalen Schmerzerfassung bei älteren Menschen

Moderation: C. Drebenstedt, Friesoythe; F. Feldwieser, Berlin

Effektives Schmerzmanagement bei alten Menschen basiert in allen Settings auf systematischem Schmerzassessment, das im Idealfall durch unterschiedliche Mitglieder des multidisziplinären Teams durchgeführt wird. Durch die Bündelung unterschiedlicher Informationen von Akteuren z. B. aus Medizin, Pflege und Physiotherapie kann den sensorischen, emotionalen, kognitiven und behavioralen Aspekten der Multidimensionalität von Schmerz Rechnung getragen werden. Dabei kommt der Zusammenfassung, der gemeinsamen Nutzung und der Ableitung von Handlungsoptionen durch solchermaßen gewonnenen Erkenntnissen zentrale Bedeutung zu. Die hinreichende Berücksichtigung der Multidimensionalität in der Schmerzdefinition wird daher aktuell diskutiert (Williams & Craig 2016).

Betroffene Patienten sowie auch Mitarbeitende in der Versorgung- und Behandlungspraxis sind durch Doppelstrukturen und unklare Zuständigkeiten belastet (Sirsch 2014). In der Sitzung sollen diesbezüglich Lösungsansätze vorgestellt und diskutiert werden.

Im ersten Teil wird zunächst ein Überblick über den aktuellen Stand der Empfehlungen gegeben, zudem wird der Frage nachgegangen, wie Multidimensionalität im erforderlichen differenzierten Assessment berücksichtig werden kann.

Im zweiten Betrag werden Fallvignetten vorgestellt, anhand derer Lösungsstrategien mit den Teilnehmenden diskutiert werden. Interdisziplinäre, z. B. medizinische, physiotherapeutische und pflegerische, Perspektiven werden dabei berücksichtigt. Um dies zu erreichen muss in erster Linie im Schmerzassessment der Multidimensionalität (Sirsch, Gnass et al. 2015) und dem bio-psycho-sozialen Modell des Schmerzes Rechnung getragen werden (Williams and Craig 2016, Melzack and Katz 2013). Es wird in den Fokus genommen, welche Aufgaben den unterschiedlichen Akteuren zukommen und wie eine Bündelung dieser Informationen erfolgen kann. Die strukturellen und personellen Rahmenbedingungen im aktuellen Versorgungskontext müssen zudem Berücksichtigung finden. Dies wurde bereits in der S-3 Leitlinie Schmerzerfassung bei älteren Menschen in der vollstationären Altenhilfe thematisiert und soll in der Diskussion in diesem Workshop wieder aufgegriffen werden. Im dritten Teil des Workshops wird versucht, die Brücke zwischen der Schmerztherapie und der Geriatrie zu schlagen.

08:30
Schmerzassessment bei älteren Menschen: Leitlinien und aktuelle Diskurse
S311-01 

T. Fischer; Dresden

In diesem Beitrag werden die wichtigsten Empfehlungen aus der aktuellen S3-Leitlinie zum Schmerzassessment bei älteren Menschen in der stationären Altenhilfe vorgestellt. Darüber hinaus werden Ableitungen für das Schmerzassessment bei ambulanten geriatrischen Patienten diskutiert. Der international diskutierte Vorschlag zur Neufassung der Definition des Schmerzes wird in seiner Bedeutung für ältere Menschen erörtert.

09:00
Umsetzung der Leitlinien zum Schmerzassessment in die Praxis
S311-02 

K. Kopke, A. Lukas; Hamburg, Bonn

Auf der Grundlage von Fallbeispielen aus ambulanten und stationären Settings werden das Vorgehen und die Herausforderungen beim Schmerzassessments bei älteren Menschen vorgestellt und mit den Plenumsteilnehmenden interaktiv diskutiert. Dabei werden multiprofessionelle und mehrdimensionale Ansätze in den Mittelpunkt gestellt.

09:30
Schmerzassessment und Geriatrisches Assessment
S311-03 

C. Drebenstedt; Friesoythe

Das detaillierte Assessment von Schmerzen ist kein fester Teil des Geriatrischen Basisassessments, obwohl die Schmerzprävalenz bei geriatrischen Patienten hoch ist. Für die Praxis stellt sich die Frage, wie geriatrisches Assessment und Schmerzassessment sinnvoll und effizient miteinander verknüpft werden können, vor allem unter besonderer Berücksichtigung des Geriatrischen Schmerzinterviews.

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