Freitag, 29.09.2017

15:30 - 16:45

Posterausstellung

PG1

(Mal)Nutrition, Frailty, Sarkopenie (P10 - P19)

Moderation: R. Wirth, Herne; M. Drey, München

15:30
Lipid disorders in elderly patients- underdiagnosed and undertreated
P10 

A. Rosada; Berlin

Objective: Lipid disorders are common and correlate with cardiovascular diseases like coronary infarction and cerebro-vascular disease. Common lipid disorders are hypercholesterolaemia, hypertriglyceridaemia, HDL-cholesterol functional deficiency and hyperlipoproteinaemia(a), listed in decreasing prevalence. As lipid disorders themselves most often do not show direct clinical symptoms, they are often diagnosed late and usually together with the occurrence of serious affections like myocardial infarction or cerebral stroke. Especially for hypercholesteremia there is evidence for well-established treatments, which can reduce the occurrence of above-mentioned diseases.

Methods: A total of 2151 subjects from the cross-sectional cohort study the Berlin Aging Study II (BASE II) were asked to report known diseases, taken medications and were examined with laboratory tests.

Results: A large proportion of subjects were unaware of an existing lipid disorder. The prevalence of lipid disorders was more often in the elderly group compared to the young group.
Hypercholesterolemia was the most common diagnosed disorder, followed by HDL-deficiency, Hyperlipoproteinemia(a) and Hypertriglyceridemia. Only a minority of this cohort is treated with lipid-lowering medication and of those only a few are treated to target concerning the guidelines.

Conclusions: Lipid disorders are underdiagnosed and people are unaware of existing disorders. As the prevalence of these disorders increases with age and they correlate with serious affections like myocardial infarction and cerebral stroke, it seems to be advisable to screen for those disorders and treat them properly according to the current guidelines.

15:30
Beobachtungsstudie Zahn-, Mund, Kiefergesundheit in Pflegeheimen Mai 13-Okt 13 an 116 Pflegeheimpatienten (zwischen 67 und 102 Jahren)
P11 

A. Stein, A. Khmayyes, B. Schirrmacher; München

Einschlusskriterien: kognitive Einschränkung, zumindest leichter Demenzgrad
Drei Gruppen: 65-74 Jahre, 75-90 Jahre, 91 Jahre plus
Studienergebnis allg.: 116 Probanden, davon 33,6 % Erkrankungen in diesem Bereich

Risiko für Mangelernährung: 30% nur Flüssignahrung, 70% keine Nahrungssupplements

  • 24,1 % selbständige Nahrungsaufnahme
  • 75,9 % Hilfe bei der Nahrungsaufnahme
  • Davon 41,4 % erhebliche Schwierigkeiten
  • 5,1 % nur enterale Ernährung

Zahnstatus: bei 62 % fehlen alle Zähne, bei den restlichen 38% signifikante Lockerungen, Karies und zerstörte Zahnkronen
Auch bei natürlichen Zähnen nur 26,8% intakte Zahnsubstanz
Zusätzlich 85,4% unzureichender Mundhygienestatus

Prothetik: 49,3 % erhebliche Qualitätseinschränkungen (Brücken, Sprünge, eingeschränkter Halt, Okklusionshindernisse, Plaqueakkumulation)

Schleimhaut: 23,5 % Ulceration im Bereich der Mundwinkel, 23,7 % Ulceration im Rahmen mit Lichenplanus, Aphten, Druckstellen, 2,6% Leucoplacie

Schluckbeschwerden: 30,2%, insbesondere bei M. Parkinson Patienten (6%)
Kiefergelenkserkrankungen 12%
Eingeschränkte Mundöffnung 36,2%

Fazit: Korrelation zwischen Verweigerung die Mahlzeit einzunehmen und schlechtem Mund- und Zahnbefund 82%

Fazit: vertragsärztliche Versorgung Pflegebedürftiger, eine Zusammenarbeit mit Haus- und Fachärzten, z.B. Fallbesprechung, Fort- und Weiterbildung ist wichtiger denn je

15:30
Das Vorscreening der Ernährungsscreeningsmetode NRS - 2002 ist nicht für die Geriatrie geeignet
P12 

R. Scheller; Odense/DK

In der geriatrischen Database wurde das Ernährungsscreenings nach NRS – 2002 am 01.01.2017 als Qualitätsparameter eingeführt. Es sollte fakultativ sein, ob man ein Vorscreening durchführt. Man berief sich unter anderem auf die „ESPEN – Guidelines for Nutrition Screening 2002. Bei der Literatursuche zeigte sich, daß an vielen skandinavischen und deutschen Krankenhäusern das Vorscreening nach NRS-2002 durchgeführt wird.

In der o.g. ESPEN-Guideline findet sich folgender Satz „It (NRS-2002) includes four questions as a pre-screening for departments with few at risk patients”. Geriatrische Krankenhausabteilungen mit wenigen durch eine Mangelernährung gefährdete Patienten gibt es nach der Literatur nicht. Das Primärscreening nach NRS-2002 wäre damit in der klinischen Geriatrie nie statthaft.

Mit dem Primärscreening nach NRS-2002 übersieht man nach Christner (2016) 21 % der Patienten, die nach dem Hauptscreening im NRS – 2002 durch eine Mangelernährung gefährdet sind. C. In einer eigenen, nicht publizierten, Untersuchung von 2011 lag dieser Fehler bei 9,6 % (10 von 104 Patienten). Der ursächliche Fehler besteht darin, dass schwer kranke, aber nicht intensivpflichtige Patienten, ( ≥ 70 Jahre alt , mit einem BM > 20,5 und normalem Appetit bis zur Krankenhausaufnahme) im Vorscreening als nicht durch eine Mangelernährung gefährdet eingestuft werden. Im Hauptscreening werden sie jedoch als gefährdet eingestuft.

Konklusion

Das  originale* Vorscreening nach NRS – 2002 ist in der Geriatrie weder statthaft noch sinnvoll. Statt dessen sollte nur das Hauptscreening des NRS -2002 oder noch besser ein Assessment und Tellerdiagramme durchgeführt werden. 

*viele Krankenhäuser benutzen ein modifiziertes Vorscreening.

15:30
Probleme bei der Erfassung des Ernährungszustandes geriatrischer Patienten - Bedeutung objektiver Parameter und fremdanamnestischer Angaben
P13 

H. P. Willschrei, A. Hallermann; Krefeld

Auf Grund der demographischen Entwicklung nimmt der Patientenanteil mit kognitiven Beeinträchtigungen bzw. einer Demenz in Krankenhäusern kontinuierlich zu (GHoSt). Bei diesen älteren Patienten und solchen, die wegen einer akuten Erkrankung stationär behandelt werden, ist die Erhebung einer Eigenanamnese oftmals deutlich erschwert. Damit können auch wesentliche Items im empfohlenen Ernährungsscreening (z.B. MNA, NRS 2002) nicht oder nicht verlässlich ermittelt werden (Gefahr des „Underreporting“).

Dies konnte in einer klinischen Untersuchung an 200 zwecks Durchführung einer geriatrischen frührehabilitativen Komplexbehandlung aufgenommen Patienten bestätigt werden. Hierbei wurde neben Erfassung einer Depression und kognitiven Dysfunktion im Rahmen eines geriatrischen Basisassessments auch nach dem aktuellen Körpergewicht, der Gewichtsentwicklung, Durchführung von regelmäßigen Gewichtskontrollen und nach dem Appetit gefragt. Eingebunden waren diese Fragen in die Erfassung der sozialen Situation und der täglichen Versorgung mit Mahlzeiten.

Es zeigte sich, dass die erhobenen Angaben (insbesondere zum aktuellen Körpergewicht bzw. Gewichtsentwicklung – wenn überhaupt Gewichtskontrollen durchgeführt wurden) teilweise unvollständig oder widersprüchlich waren.

Dies muss frühzeitig erkannt und ein entsprechender Algorithmus zwecks verbesserter Erhebung der Ernährungssituation bei diesen Patienten entwickelt werden. Bedeutsam ist hierbei insbesondere die anfängliche klinische Untersuchung, weiterhin die Bestimmung gewichtsassoziierte Größen (einschließlich regelmäßige Kontrollen im stationären Verlauf), Erhebung relevanter Laborparameter und BIA-Messung (Phasenwinkel).

Das Ernährungsverhalten einzelner Patienten – in Einzelfällen begleitet von einem Tellerprotokoll – sollte täglich kommuniziert werden.

Trotz alledem hat bei dieser Personengruppe die Erhebung einer Fremdanamnese (z.B. im Rahmen eines Sozialfragebogens) einen hohen Stellenwert. Angehörige und stationäre/ambulante Pflegedienste müssen auf die Bedeutung regelmäßiger Gewichtskontrollen hingewiesen werden. Patienten sollten bei Hausarztbesuchen regelmäßig gewogen werden.

15:30
Prävalenz von Sarkopenie und Frailty bei Senioren in der geriatrischen Rehabilitation und deren Assoziation zu Mangelernährung
P14 

J. Wojzischke, J. M. Bauer, S. Egert, A. Hein, R. Diekmann; Oldenburg, Heidelberg, Bonn

Hintergrund: Mangelernährung ist unter Patienten, die eine geriatrische Rehabilitation erhalten weit verbreitet und steht in direkter Wechselwirkung mit Sarkopenie und Frailty. Während die Prävalenz von Mangelernährung in der geriatrischen Reha gut beschrieben ist, gibt es bisher noch wenige Prävalenzdaten zu Sarkopenie und Frailty auf Basis von international anerkannten Diagnosekriterien.

Methodik: Innerhalb der vorliegenden prospektiven Beobachtungsstudie wurden die Prävalenzen von Sarkopenie, Frailty und Mangelernährung bei konsekutiv aufgenommenen Senioren der Klinik für Geriatrie des Rehazentrums Oldenburg bei Aufnahme (+3 Tage) bestimmt. Die Diagnose der Sarkopenie wurde gemäß der Definition der European Working Group (EWGSOP) gestellt. Die Frailty Klassifizierung erfolgte anhand der Fried Kriterien in frail, prefrail und robust. Patienten mit Mangelernährung und einem Risiko für Mangelernährung wurden mittels der Mini Nutritional Assessment Short Form (MNA-SF) (max. 14 Punkte) identifiziert. Der Test auf statistischen Unterschied erfolgte mit dem Wilcoxon-Mann-Whitney U Test und dem Kruskal Wallis Test (α=0,05).

Ergebnisse: 122 Patienten mit einem durchschnittlichen Alter von 81,5 ±5,6 Jahren (davon 69,7% weiblich) wurden untersucht. 38,4% der Patienten wiesen eine Sarkopenie auf, 63,9% waren frail, 33,6% prefrail und 2,5% robust. Gemäß MNA-SF wiesen 31,1% der Patienten eine Mangelernährung auf, 59,8% hatten ein Risiko für Mangelernährung und 9% wiesen einen normalen Ernährungsstatus auf. Der MNA-SF Mittelwert war bei Patienten mit Sarkopenie niedriger als bei Patienten ohne Sarkopenie (8,2 ±2,5 versus 9,2 ±2,3 Punkte ±SD). Gemessen an den Fried Kriterien wurde der niedrigste MNA-SF Mittelwert bei Patienten mit Frailty beobachtet (7,9 ±2,2 Punkte), gefolgt von Patienten mit Prefrailty (9,7 ±2,0 Punkte) und Robusten (12,3 ±1,5 Punkte). Die Gruppenunterschiede waren jedoch bei sarkopenen und frailen Patienten statistisch nicht signifikant.

Schlussfolgerung: Sarkopenie und Frailty waren gemäß der Definition der EWGSOP und gemäß Fried Kriterien unter den geriatrischen Rehabilitationspatienten weit verbreitet. Der Anteil an mangelernährten Patienten war unter den frailen und sarkopenen Patienten am höchsten. Die Ergebnisse waren im statistischen Testverfahren jedoch nicht signifikant.

15:30
Determinanten für die Inzidenz von Mangelernährung bei nutritionDay-Teilnehmern über 65 Jahren in Pflegeheimen - eine sekundäre Datenanalyse im MaNuEL-Projekt
P15 

G. Torbahn, M. Streicher, K. Schindler, M. Hiesmayr, C. C. Sieber, D. Volkert; Nürnberg, Wien/A

Einführung und Zielsetzung: Mangelernährung  bei Pflegeheimbewohnern ist mit einem schlechten Gesundheitsverlauf assoziiert. Zur Vorbeugung von Mangelernährung ist die Kenntnis über Determinanten notwendig. Ziel dieser Arbeit war es, potenzielle Determinanten für eine auftretende Mangelernährung zu identifizieren.

Methodik: Über 65-jährige Pflegeheimbewohner, die zwischen 2007 und 2014 am nutritionDay teilnahmen, nicht mangelernährt waren (kein vorangegangener Gewichtsverlust >5kg, BMI ≥20kg/m2) und bei denen vollständige Daten zu 26 möglichen Prädiktoren vorlagen, wurden in die Analyse eingeschlossen. Die Inzidenz von Mangelernährung wurde definiert als Gewichtsabnahme ≥10% oder ein BMI <20kg/m2 bei der Nacherhebung nach 6-Monaten. Zunächst wurden Zusammenhänge zwischen Mangelernährung und möglichen Prädiktoren für alle Variablen in univariablen Regressionsanalysen (Verallgemeinerte Schätzungsgleichungen (GEE)) mit dem Wohnbereich als Clustervariable berechnet. Signifikante (p<0,05) Variablen wurden in das multivariable GEE-Modell aufgenommen. Effektschätzer sind als Odds Ratios (OR) mit 95%-Konfidenzintervallen (95%-KI) angegeben.

Ergebnisse: Die Inzidenz von Mangelernährung betrug 12,1% (701/5814). Weibliches Geschlecht (vs. männlich OR 1,33; 95%-KI [1,06; 1,65], kein Verzehr des Mittagessens (OR 2,92 [1,85; 4,60]), Verzehr eines Viertels (OR 2,38 [1,79; 3,16]) oder der Hälfte (OR 1,60 [1,34; 1,93]) des Mittagessens (vs. vollständiger Verzehr), niedrigerer BMI (OR 0,94 [0,91; 0,96]) und eine höhere Anzahl an Krankenhaustagen (OR 1,05 [1.03; 1.06]) blieben als signifikante Variablen im finalen Modell (aROC 0,66 [0,64; 0,68]).

Schlussfolgerung: Die nutritionDay-Daten legen nahe, dass Frauen, Personen mit einem niedrigen BMI, niedriger Nahrungsaufnahme (beim Mittagessen) und Bewohner mit (langen) Krankenhausaufenthalten besonders vulnerabel sind und daher besondere Aufmerksamkeit benötigen, um Mangelernährung bei Pflegeheimbewohnern zu vermeiden.

15:30
Presbyphagie: Beurteilung der oralen Phase des Schluckens durch M-Mode Sonografie
P16 

U. Nastali, C. Pflug, D. Kopf, A. Rösler; Krems an der Donau/A, Hamburg

Mit dem Alter kommt es zu zahlreichen Veränderungen des Schluckvorgangs. Sarkopenie, Änderungen der Bindegewebsstruktur, Verlagerung der Schluckreflex-Triggerzone und Modifikationen der zentralen Steuerung verändern den Schluckvorgang. Die Grenze zur pathologischen Dysphagie verläuft fließend. Zur Beurteilung des Schluckvorgangs werden die Fiberendoskopische Untersuchung des Schluckaktes (FEES) und die Videoflouroskopische Evaluation des Schluckaktes (VFSS) eingesetzt. Dabei erscheint eine bessere Beurteilung der oralen Phase des Schluckaktes wünschenswert.

Wir untersuchten daher schluckgesunde junge und alte Frauen mit B- und M-Mode Sonografie (1,5 – 4,6 MHz, Inverse Darstellung, Winkel 120°) während des Schluckens.

Zwischen jungen und alten Frauen (n=50) zeigten sich signifikante Unterschiede in allen Wasserschluck-Variablen. Es fand sich mit zunehmendem Alter bei gleicher Zungendicke in Ruhe eine Abnahme der Amplitude der vertikalen Zungenbewegung. Die Zeit bis zur maximalen Amplitude der Zunge ist bei älteren Frauen kürzer. Darüber hinaus fanden sich vor allem bei jungen Frauen Korrelationen zwischen Zungendicke einerseits und Waden-, Oberarmumfang und BMI andererseits.

Möglicherweise stellt die Untersuchung der intraoralen Phasen des Schluckaktes mit Hilfe des M-Modes eine sinnvolle Ergänzung zur Dysphagiediagnostik dar. Die Untersuchung ist rasch und einfach durchführbar. Zur Zeit werden von uns größere Normkollektive utnersucht, weitere Arbeitsschritte umfassen inter- und intra- Rater Variabilität und Korrelationen der erhobenen sonografischen Parameter zu FEES und VFSS Befunden schluckgestörter Patienten mit Parkinson Syndromen und demenziellen Erkrankungen.

15:30
Variabilität der Prävalenz der physischen Frailty in Abhängigkeit der Erhebungsmethode körperlicher Aktivität - erste Ergebnisse
P17 

C. Ziller, T. Braun, C. Grüneberg, C. Thiel; Bochum

Hintergrund: Der physische Frailty Phänotyp ist definiert durch das Vorliegen von drei von fünf Merkmalen: ungewollter Gewichtsverlust, Erschöpfung, geringe körperliche Aktivität, langsame Gehgeschwindigkeit und Kraftlosigkeit (Fried 2001). Die Prävalenz von Frailty nach dem physischen Phänotyp-Modell variiert zwischen 4% und 17% (Collard 2012). In Studien wird das Kriterium „körperliche Aktivität“ oftmals modifiziert, was die Vergleichbarkeit der Ergebnisse limitiert (Theou 2015).

Ziel: Ziel dieser Studie war es, die Variabilität der Prävalenz der physischen Frailty nach der Fried Definition in Abhängigkeit der Erhebungsmethode körperlicher Aktivität darzustellen.

Methoden: Die vorliegende Querschnittsstudie untersuchte zuhause lebende ältere Menschen (ab 65 Jahre). Probanden trugen über eine Woche einen Akzelerometer, anschließend wurden Fried Phänotyp sowie Fragebögen zur körperlichen Aktivität erhoben (MLTPAQ, IPAQ, German PAQ 50+, PASE, 7-Day PAR). Durch Modifikation des Kriteriums „körperliche Aktivität“ entstanden 19 verschiedene Phänotypen [auf Basis von 6 verschiedenen Erhebungsinstrumenten (5 Fragebögen, Akzelerometer) und 3 Cut-Off-Wert-Modellen].

Ergebnisse: In der Stichprobe (n=16; 50% weiblich; Alter: 71 ± 5) wurden je nach Phänotyp-Variante zwischen 25% (n=4, 95% CI: 10% bis 50%) und 38% (n=6, 95% CI: 19% bis 61%) der Probanden als frail eingestuft. Zwischen 25% (n=4, 95% CI: 10% bis 50%) und 63% (n=10, 95% CI: 39% bis 82%) der Teilnehmer befanden sich in einem intermediären Stadium (pre-frail). Die Erfüllung des Kriteriums „körperliche Aktivität“ variierte bei den Teilnehmern abhängig von der Erhebungsmethode und den verwendeten Cut-Off-Werten zwischen 0 und 100%.

Schlussfolgerung: Die Prävalenz der physischen Frailty scheint stark von der Erhebungsmethode des Kriteriums „körperlicher Aktivität“ im Frailty Phänotyp abzuhängen, insbesondere von den Cut-Off-Werten. Für die standardisierte Verwendung des Fried Phänotypen sollten populationsunabhängige Cut-Off-Werte entwickelt werden. Eine einheitliche und valide Erhebungsmethode könnte dazu beitragen, das Kriterium „körperliche Aktivität“ bzw. die physische Frailty präziser einzuschätzen und den Fried Phänotyp für die Verwendung im klinischen Alltag im geriatrischen Setting zu qualifizieren.

15:30
Risikofaktoren für eine schwere Mangelernährung bei geriatrischen Patienten bei Krankenhausentlassung
P18 

K. Franz, J. Kiselev, L. Otten, L. Bahr, U. Müller-Werdan, K. Norman; Berlin

Einleitung: Ältere und multimorbide Patienten haben ein hohes Risiko für Mangelernährung, wobei die Ursachen von zugrundeliegender Krankheit bis zu sozioökonomischen Faktoren reichen können. In dieser Querschnittsanalyse untersuchten wir Prädiktoren einer schweren Mangelernährung bei geriatrischen Patienten bei Krankenhausentlassung.

Methoden: Der Ernährungszustand wurde anhand des Mini Nutritional Assessment-Short Form evaluiert und eine manifeste Mangelernährung bei ≤7 Punkte diagnostiziert. Der Frailty- Status wurde mithilfe der Fried-Kriterien charakterisiert (1). Folgende Parameter wurden als mögliche Determinanten im logistischen Regressionsmodell berücksichtigt: Alter (Jahre), Geschlecht (männlich), Komorbiditäten (Anzahl), Polypharmazie (≥ 5 Medikamente/d), Liegedauer (Anzahl der Tage), Ausbildungsjahre (Anzahl), Lebenssituation (alleinlebend), Bezugspersonen (keine), Selbstständigkeit (ADL Punkte), Anorexie (CNAQ, Anorexie vorhanden), Schweregrad von Schmerzen (EuroQol, extreme bis starke Schmerzen), physische Aktivität (<1x/Woche, 1-2x/Woche, >2x/Woche) und Depressionsrisiko (CES-D Punkte).

Ergebnisse: Es wurden 145 Patienten (77,9±Jahre; 59,0% Frauen) bei Entlassung in die Analyse eingeschlossen. 50,0% waren prefrail, 46,4% frail und 73,6% litten an Anorexie. Während eine höhere Anzahl an Ausbildungsjahren (OR:0,850,KI:0,732-0,986,p=0,032) und eine erhöhte physische Aktivität im Alltag (OR:0,462,KI:0,238-0,896,p=0,022) das Risiko für eine schwere Mangelernährung in der Regressionsanalyse reduzierten, so wurde der Schweregrad von Schmerzen (OR:3,001,KI:1,054-8,542,p=0,039) als ein Prädiktor für Mangelernährung identifiziert. Alter, Geschlecht, Komorbiditäten, Polypharmazie, Liegedauer, Lebenssituation, Mangel an Bezugspersonen, Selbstständigkeit, Anorexie und Depressionsrisiko hatten in diesem Modell keinen Einfluss.

Schlussfolgerung: Die Analyse zeigt die Vielfältigkeit der Einflussfaktoren einer manifesten Mangelernährung bei geriatrischen Patienten bei Krankenhausentlassung, die eine multimodale Behandlung nötig machen.

1.Fried LP et al. J Gerontol A Biol Sci Med Sci.2001;56.

15:30
Prävalenz von Frailty bei mangelernährten, geriatrischen Patienten bei Krankenhausentlassung
P19 

K. Franz, J. Kiselev, L. Otten, L. Bahr, U. Müller-Werdan, K. Norman; Berlin

Einleitung: Zu den häufigen Folgen von Mangelernährung bei geriatrischen Patienten gehören u.a. Frailty und eine reduzierte Mobilität. Wir untersuchten die Prävalenz von Frailty und den Zusammenhang zwischen verminderter Gehgeschwindigkeit und ausgewählten Parametern bei mangelernährten, geriatrischen Patienten bei Krankenhausentlassung.

Methoden: Der Ernährungszustand wurde mithilfe des Mini Nutritional Assessment-Short Form erfasst und der Frailty-Status wurde anhand der Fried-Kriterien eingeteilt (1). Die Mobilität wurde mithilfe der 4m-Gehzeit in vermindert (≤0,8m/s=RED) oder normal (>0,8m/s=NOR) nach der Foundation for the National Institutes of Health klassifiziert (2). Die isometrische Handkraft und Knieextensionskraft wurden mit Dynamometrie gemessen. Funktionelle Einschränkungen (LASA), Selbstständigkeit (ADL), Appetit (CNAQ), depressive Symptomatik (CES-D), Fatigue (BFI) und Lebensqualität-Index (EuroQol) wurden per Fragebogen erhoben.

Ergebnisse: Es wurden 145 Patienten (77,9±Jahre; 59,0% Frauen) bei Entlassung untersucht. Dabei waren 50,0% prefrail und 46,4% frail. 64,2% wiesen eine reduzierte Gehgeschwindigkeit auf und waren zusätzlich durch reduzierte Handkraft (RED:21,2±7,6 kg; NOR:25,5±6,4 kg; p=0,002), verminderte Kniekraft (RED:13,9±5,4 kg; NOR:19,1±5,9 kg; p=<0,001), höhere funktionelle Einschränkungen (RED:17,6±5,8 Punkte; NOR:11,6±3,9 Punkte; p=<0,001), reduzierte Selbstständigkeit (RED:87,9±12,6 Punkte; NOR:93,8±7,6 Punkte; p=0,006), erhöhte depressive Symptomatik (RED:20,8±10,1 Punkte; NOR:14,2±7,2 Punkte; p=<0,001), erhöhte Fatigue (RED:34,3±19,2 Punkte; NOR:25,0±17,9 Punkte, p=0,010) und verminderte Lebensqualität (RED:0,6±0,3; NOR:0,7±0,2; p=0,005) gekennzeichnet. Patienten mit einer verminderter Gehgeschwindigkeit waren häufiger frail (62,0% vs. 38,0%, p=<0,001).

Schlussfolgerung: Prefrailty bzw. Frailty kommen bei nahezu allen mangelernährten Patienten bei Entlassung vor. Patienten mit einer reduzierten Mobilität bei Krankenhausentlassung litten an Kraftlosigkeit, alltagsrelevanten physischen Einschränkungen, beeinträchtigter Stimmungslage, Fatigue und verminderter Lebensqualität.

1.Fried LP et al.J Gerontol A Biol Sci Med Sci.2001;56.
2.McLean RR et al.J Gerontol A Biol Sci Med Sci.2014;69.

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