Donnerstag, 28.09.2017

10:00 - 11:30

Hörsaal 4

S111

Fallstricke im geriatrischen Stationsalltag – Was ist zu beachten?

Moderation: O. Krause, Hannover; A. Rösler, Hamburg

Im geriatrischen Stationsalltag kommt es immer wieder zu schwierigen Situationen bzw. Entscheidungen: Diese betreffen die Fixierung, das Entstehen eines Dekubitus, die Gefahr der Clostridien-Colitis, das Absetzen von Medikamenten und die Trinkmenge bzw. Nahrungszufuhr bei Dysphagie. Anhand konkreter klinischer Fälle soll im interkollegialen Austausch ein Vorgehen bei diesen "Fallstricken" aufgezeigt werden.

10:00
Dekubitus und Fixierung - Hinweise mit Beispielen aus Gutachten
S111-01 

K. Hager; Hannover

Die Entstehung eines Dekubitus führt immer wieder zur Frage der Vermeidbarkeit. Hierbei ist eine gute Kommunikation zwischen Pflege und Arzt essentiell. Gleiches gilt für die schwierigen Situationen im Stationsalltag, wenn eine Fixierung, z.B. von deliranten Patienten, notwendig wird. Anhand von Beispielen aus Gutachten werden Hinweise zum Vorgehen dargelegt.

10:20
Should it stay or should it go? Medikamente absetzen – Diskussion von Fallbeispielen
S111-02 

O. Krause; Hannover

Das Absetzen von Medikamenten ist im geriatrischen Stationsalltag Routine, bei verschiedenen Medikamenten aber oft unterschiedlich komplex. Bei bestimmten Medikamentengruppen schwingt immer die Angst vor einer negativen Folge mit, z.B. beim Absetzen von Diuretika die Gefahr einer erneuten kardialen Dekompensation oder einer Psychose beim Auslass von Neuroleptika. Mit dem Auditorium soll das Vorgehen bei diesen Fällen erarbeitet werden.

10:40
Dysphagie und angedickter Kaffee - Klinische Fälle zur gemeinsamen Diskussion
S111-03 

A. Rösler; Hamburg

Schluckstörungen in der Geriatrie sind häufig und werden auch zunehmend diagnostiziert. Doch welche Konsequenz folgt der Diagnose einer Schluckstörung? Orale Karenz? Andicken der Getränke? „Wasserprotokoll“? Je weiter entfernt wir von klaren Studiendaten sind, umso wichtiger sind die Diskussion und der Informationsaustausch anhand konkreter Fälle.

11:00
Reduktion von Infektionen mit Toxin-bildenden Clostridium difficile in geriatrischen Kliniken (ReToCdiff)
S111-04 

J. Seele, V. Meier, M. Kaase, M. Wappler, J. Sasse, S. Unkel, T. Friede, W. Brück, H. Eiffert, S. Scheithauer, R. Nau; Göttingen, Hofgeismar, Kaufungen

Infektionen mit Toxin-bildenden Clostridium difficile-Bakterien (TCD) stellen bei der Behandlung alter Menschen derzeit die größte krankenhaushygienische Herausforderung dar. Insbesondere in der Geriatrie sind TCD-Infektionen schwer zu kontrollieren, verursachen erhebliche Probleme und können letal verlaufen. Patienten, die klinische Symptome einer TCD-Infektion aufweisen, werden in der Regel räumlich isoliert, und der Kontakt mit Angehörigen und Besuchern ist nur unter Beachtung besonderer Schutzmaßnahmen möglich.

Ziel des vom Innovationsausschuss geförderten Projekts ReToCdiff ist es, die Ansteckung mit und Ausbreitung von TCD in geriatrischen Kliniken zu verringern. Hierfür sollen folgende Interventionen auf unterschiedlichen geriatrischen Stationen, zunächst in einer Klinik, durchgeführt werden:

A) Schulung der Reinigungskräfte, 2x tägliche Flächendesinfektion in Zimmern mit TCD-Infizierten, 1x tägliche Desinfektion der übrigen Zimmer mit einem sporoziden Desinfektionsmittel.

B) Angebot eines Lactobacillus -haltigen Probiotikums an alle Patienten.

C) Tägliches Wechseln der Bettwäsche bei Infizierten, Angebot der kostenlosen professionellen Reinigung der Patientenkleidung nach überstandener TCD-Infektion.

Zudem werden von allen Patienten bei Aufnahme und danach wöchentlich Stuhlproben gesammelt und auf Clostridium difficile untersucht, um Infektionswege aufzudecken. Die einzelnen isolierten TCD-Stämme sollen mit molekularbiologischen Methoden im Hinblick auf ihre Verwandtschaft untersucht werden.

Die Maßnahmen, die als wirksam eingeschätzt werden, werden dann in mehreren geriatrischen Kliniken umgesetzt und evaluiert. Die Häufigkeit der TCD-Infektionen vor und nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird verglichen. Im Erfolgsfall sinkt die Zahl von Infektionen mit TCD, und die Ausbreitung von TCD kann in geriatrischen Kliniken eingedämmt werden.

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